Kreuz in "Niemandsland"

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Kruis in 'Niemandsland'
Pijlstaartweg 13
5721 SK Asten
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Die Geschichte:
Das Kreuz im „Niemandsland“ in Asten erinnert an die verheerenden Kämpfe, die Ende Oktober 1944 hier am Rande des Staatswaldes (Dennendijkse Bos) zwischen den Besatzern und den Alliierten tobten.

Wenn man die Ortschaft Liessel verlässt, der Zandstraat folgt und dann auf dem Zand die E-3 überquert und kur…

Die Geschichte:
Das Kreuz im „Niemandsland“ in Asten erinnert an die verheerenden Kämpfe, die Ende Oktober 1944 hier am Rande des Staatswaldes (Dennendijkse Bos) zwischen den Besatzern und den Alliierten tobten.

Wenn man die Ortschaft Liessel verlässt, der Zandstraat folgt und dann auf dem Zand die E-3 überquert und kurz nach links in den Pijlstaartweg einbiegt, kommt man an mehreren Bauernhöfen vorbei. Während des Zweiten Weltkriegs lebten hier die Familien von Helmus Berkers, Cornelis Timmermans, v.d. Wallen, Harrie Nijssen, Frans Hoeben und Toon Klaus. Im Herbst 1944 war dieses Gebiet Niemandsland. Nachdem Asten im September 1944 von den Alliierten befreit worden war, zogen sich die Besatzer hinter die Peelkanäle zurück. Allerdings drangen deutsche Patrouillen noch mehrmals weit nach Asten vor. Bei einem dieser Erkundungsausflüge kamen mehrere Einwohner von Liessel ums Leben, als eine zurückgelassene Munitionskiste explodierte. Auch Liessel wurde regelmäßig beschossen. Diese Situation dauerte vom 23. September bis zum 27. Oktober 1944.

Am 27. Oktober 1944 führte die Besatzungsmacht einen gewaltsamen Gegenangriff durch. Die Familien Nijssen und Hoeben waren jedoch nicht gewarnt worden, sodass sie nicht rechtzeitig evakuiert werden konnten. Als die Kriegshandlungen bei den Bauernhöfen in voller Heftigkeit ausbrachen, suchte Hoeben mit seiner Familie Schutz in ihrem Luftschutzkeller. Der Keller der Nijssens bot jedoch nur wenig Schutz, da er lediglich mit Brettern überdacht war. Von diesem Freitagmorgen bis zum Tag vor Allerheiligen wurde ihr Haus mehrmals von Artillerie getroffen. Vom Fenster aus sahen die Familienmitglieder, wie die Bauernhöfe von Frans Hoeben und Cornelis Timmermans in Flammen standen. Sie konnten die Kühe ihres Nachbarn muhen hören, während sie in den Flammen umkamen. Der ohrenbetäubende Lärm der einschlagenden Geschosse, das Rattern der Maschinengewehre und die Explosionen, die das ganze Haus zum Beben brachten, waren außerordentlich beängstigend. Die älteste Tochter, Nellie, war außer sich. Der Rotterdamer Herman Engel, ein aus dem Arbeitslager zurückgebliebener Untergetauchter, war noch schlechter dran. Verzweifelt vor Angst kauerte die Familie zusammengekauert im Keller. Um etwa drei Uhr, es muss wahrscheinlich der 31. Oktober gewesen sein, ging es furchtbar zu. Gegen Abend, während einer kurzen Ruhepause, fasste Harrie Nijssen Mut und erkundigte sich bei Frans Hoeben nach ihren Plänen. Sie teilten mit, dass sie im Schutzkeller bleiben wollten. „Wir müssen hier weg“, sagte Harrie, „denn wir haben keinen ausreichenden Schutz.“


Harrie Nijssen war ein gottesfürchtiger Mann. Am Ende seiner Kräfte und ohne andere Lösung vertraute er sein Schicksal Gott an. „Lieber Gott“, betete er in sich hinein, „wenn wir hier lebend aus dieser Hölle herauskommen, verspreche ich, ein Kreuz in Deinem Namen aufzustellen.“ Bei Toon Klaus holte er ein Pferd (ihr eigenes Pferd lag tot im Stall), spannte es vor den Wagen und lud einige Haushaltsgegenstände darauf. Dann eilte er mit seiner Familie aus der Schusslinie, weg von den gefallenen Soldaten, die am Waldrand und verstreut auf den Feldern lagen. Deutsche Soldaten, die sich in ihrem Haus verschanzt hatten, befahlen der Familie, in Richtung Meijel zu fliehen, da überall Minen verstreut lagen. Unterwegs mussten die Familienmitglieder mehrmals Schutz vor Blindgängern suchen. Schließlich erreichten sie Meijel unversehrt. Allerdings verloren sie für einige Zeit ihren ältesten Sohn Jan im Dunkeln aus den Augen. Er war von den Besatzern gefangen genommen und verhört worden. Nach dieser traumatischen Erfahrung blieb die Familie Nijssen einige Wochen bei Verwandten in Meijel. Kurz nach dem Krieg lohnte es sich nicht, den Bauernhof wieder in Betrieb zu nehmen. 1949 wanderte Harrie Nijssen mit seiner Familie nach Kanada aus. Das Kreuz wurde genau an der Stelle aufgestellt, die Harrie angegeben hatte. Es trug keine Inschrift, was er offenbar für unnötig hielt. Schließlich symbolisierte es einen Bund zwischen ihm und Gott allein.

Enthüllung:
Das Denkmal wurde 1949 von Pfarrer Van Doornmalen der St. Willibrordus-Gemeinde aus Liessel eingeweiht.

Form und Material:
Auf dem Kreuz in „Niemandsland” in Asten ist ein Korpus angebracht. Das Gedenkkreuz steht auf einem Betonsockel. 

Änderung:
Ursprünglich stand es an einer Dreifachkreuzung auf dem Grundstück der Familie Nijssen. Während der Flurbereinigung in den 1970er Jahren wurde die Straße etwas verlängert, sodass das Kreuz versetzt werden musste. Im Oktober 2017 wurde der rechte Arm des Kruzifixes gestohlen. Der Arm wurde in einem nahe gelegenen Maisfeld wiedergefunden und wieder angebracht.

Typ: Kreuz

Standort: Das Denkmal befindet sich am Pijlstaartweg (im ehemaligen Weiler Hutten) in Asten.  

Symbolik:
Das Kreuz ist nicht nur ein Symbol des christlichen Glaubens, sondern erinnert auch an das Opfer, das die Kriegsopfer für ein Leben in Freiheit gebracht haben.

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