Mauerrest der Scheunenkirche

In der Lindestraat steht eines der ältesten Denkmäler von Asten: die Mauer der ehemaligen Scheunenkirche „Unsere Liebe Frau von Klein Linden“. Diese Mauer steht heute unter Denkmalschutz und ist mit seltenen Pflanzen bewachsen. Sie ist das letzte greifbare Überbleibsel einer Zeit, in der die katholischen Einwohner von Asten ihren Glauben nur im Verborgenen ausüben durften.

Nach dem Frieden von Münster im Jahr 1648 mussten die Katholiken ihre große Pfarrki…

In der Lindestraat steht eines der ältesten Denkmäler von Asten: die Mauer der ehemaligen Scheunenkirche „Unsere Liebe Frau von Klein Linden“. Diese Mauer steht heute unter Denkmalschutz und ist mit seltenen Pflanzen bewachsen. Sie ist das letzte greifbare Überbleibsel einer Zeit, in der die katholischen Einwohner von Asten ihren Glauben nur im Verborgenen ausüben durften.

Nach dem Frieden von Münster im Jahr 1648 mussten die Katholiken ihre große Pfarrkirche am Koningsplein an die Reformierten abtreten. Öffentliche katholische Kirchen waren damals verboten, und die Katholiken zogen in eine Versteckkirche in Weert aus. Im Jahr 1672, nach dem Einmarsch der Franzosen, wurden die Vorschriften gelockert, und in der Lindestraat wurde eine Scheunenkirche eingerichtet. Dabei handelte es sich um ein bäuerlich anmutendes Gebäude mit Strohdach und Holzfenstern, das von außen nicht als Kirche erkennbar sein durfte. Die Gottesdienste fanden dort heimlich statt, oft unter der Aufsicht reformierter Amtsträger, die Schmiergelder verlangten. Ein Jahrhundert später erhielten die Katholiken die Erlaubnis, das Gebäude zu renovieren, woraufhin es ein Steindach, Eisenfensterrahmen und einen großzügigeren Grundriss erhielt. Pfarrer Petrus Aarts zog Mitte des 18. Jahrhunderts neben die Kirche.

Nach dem Einmarsch der Franzosen im Jahr 1794 wird Religionsfreiheit eingeführt. Die Katholiken kehren in ihre ursprüngliche Kirche am Koningsplein zurück. Die Scheunenkirche verliert ihre Funktion und wird 1806 abgerissen. Nur die Mauer, die die Kirche mit dem Pfarrhaus verband, bleibt stehen. Die protestantische Gemeinde kauft 1807 das Pfarrhaus zusammen mit dieser Mauer. In der Kaufurkunde ist als Bedingung festgelegt, dass die Fenster und Türen in der Mauer zugemauert werden müssen – genau so, wie es heute noch zu sehen ist.

Diese Mauer ist damit ein einzigartiges kommunales Denkmal: der letzte Überrest einer Scheunenkirche aus dem 18. Jahrhundert, ein stiller Zeuge von mehr als einem Jahrhundert religiöser Spannungen, Toleranzpolitik und heimlichem katholischen Gottesdienst in Asten.

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